28.05.2026
Die Mitglieder des Landeskontrollverbandes Weser-Ems e.V. (LKV) haben im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung auf ein insgesamt zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurückgeblickt. Neben den Berichten zu den vielfältigen Aktivitäten und Projekten des Verbandes standen auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung.
Die turnusmäßig zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt. Veränderungen ergaben sich durch den kürzlichen Tod von Vorstandsmitglied Wilfried Stolle. Die Mitglieder gedachten seines langjährigen und engagierten Wirkens für den Verband. Als neues Vorstandsmitglied wurde Jürn Diers aus Oldenburg in das Gremium gewählt.
Der Vorstandsvorsitzende Apke Lindena dankte den Mitgliedern für ihr Vertrauen: „Die erneute Wahl des Vorstandes verstehen wir als Bestätigung unserer Arbeit. Gemeinsam mit unseren Mitgliedsbetrieben wollen wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen und die Zukunft der Milchviehhaltung aktiv mitgestalten. Dabei stehen Praxisnähe, Verlässlichkeit und Innovationsbereitschaft gleichermaßen im Mittelpunkt.“
Im Geschäftsbericht wurde deutlich, dass der LKV wirtschaftlich und organisatorisch gut aufgestellt ist. Gleichzeitig arbeitet der Verband kontinuierlich daran, neue Herausforderungen aufzugreifen und innovative Lösungen für die Betriebe zu entwickeln. Dazu zählt unter anderem die Initiierung - gemeinsam mit vit - des Projekts „Milch MIR Methan Monitoring (4M)“, bei dem auf einem Praxisbetrieb in Filsum moderne GreenFeed-Messsysteme zur Erfassung von Methanemissionen eingesetzt werden. Ziel ist es, belastbare Daten für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Milchviehhaltung zu gewinnen.
Geschäftsführer Dr. Ernst Bohlsen betonte die Bedeutung solcher Zukunftsprojekte: „Der LKV versteht sich als moderner Dienstleister und Innovationspartner der Milchviehhalter. Projekte wie das GreenFeed-Monitoring zeigen, dass wir aktuelle gesellschaftliche Anforderungen aufgreifen und gleichzeitig praxisnahe Lösungen für die Betriebe entwickeln. Damit schaffen wir wichtige Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit der Milchviehhaltung von morgen.“
Neben dem Methanmonitoring stellte der Verband weitere Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Tiergesundheit, Herdenmanagement und Datenanalyse vor. Die zahlreichen Projekte unterstreichen den Anspruch des LKV, seine Dienstleistungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Mitgliedsbetrieben einen echten Mehrwert zu bieten.
Die Mitgliederversammlung endete mit einem Vortrag von Steffi Wille-Sonk von den European Dairy Farmers (EDF) zum Thema „Wettbewerb, Wandel, Herausforderungen – Wie steht es um europäische Milchviehhalter?“. Dabei zeichnete sie ein differenziertes Bild der wirtschaftlichen Lage der Milchviehbetriebe in Europa. Die vergangenen Jahre seien für viele Betriebe vergleichsweise erfolgreich verlaufen. Umso wichtiger sei es jedoch gewesen, in dieser Zeit finanzielle Rücklagen zu bilden, um schwächere Marktphasen abfedern zu können. Gleichzeitig hätten die Betriebe mit erheblichen Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln, Energie und Arbeit zu kämpfen. Als zentrale Herausforderungen für die Zukunft nannte Wille-Sonk den zunehmenden Wettbewerb um die Ressourcen Fläche und Arbeitskräfte sowie regionale Standortnachteile und wachsende regulatorische Anforderungen.
Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen blickt der LKV zuversichtlich nach vorn und will gemeinsam mit seinen Mitgliedsbetrieben die Zukunft der Milchviehhaltung aktiv gestalten.
