Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

11.01.2019

Landvolk - INFO allgemein

Urteil zu NBTs im EP-Agrarausschuss 

Der Agrarausschuss befasste sich in dieser Woche mit dem Urteil des EuGH zu den Neuen Züchtungsmethoden (NBTs). Dabei diskutierten die Abgeordneten insbesondere die Folgen des EuGH-Urteils. Demnach müssen die NBTs genauso wie die bisherige Gentechnik behandelt werden. Um über die Zukunft der Pflanzenzucht in Europa zu sprechen, trafen sich diese Wochen ebenso auf Einladung der Abgeordneten Schreijer-Pierik (EVP; NL) und der Europäischen Landbesitzerorganisation (ELO) Wissenschaftler, Vertreter der Kommission und weiteren Organisationen. Entgegen der emotional aufgeladenen Stimmung im Agrarausschuss wurde hier stärker aus wissenschaftlicher Sicht argumentiert. So seien Staaten außerhalb der EU bereits deutlich weiter, was die Forschung mit den NBT anginge. Auch auf die Herausforderungen bei der Kontrolle der gesetzlichen Vorgaben gingen die Wissenschaftler ein. Weiterhin wiesen die Referenten auf die enormen Chancen für die Pflanzenzucht durch Verfahren wie Crispr/Cas hin. Der DBV begrüßt, dass die politische Debatte über NBTs Fahrt aufnimmt und wird sich dafür einsetzen, dass eine neue EU-Kommission sich dieses entscheidenden Themas annehmen wird. 

 

Kriterien zur BMEL - Tierwohlkennzeichnung

Am 08.01.2019 hatte Staatssekretär Aeikens rund 50 Vertreter von Verbänden und Abgeordnete eingeladen, um sich final über die Kriterien des freiwilligen staatlichen Tierwohlkennzeichens auszutauschen. Für den DBV hat Herr Fechler teilgenommen. Staatssekretär Aeikens erläuterte zu Beginn, dass dieses Gespräch im Vorfeld der noch anstehenden Verbändeanhörung zu den Kriterien stattfindet. Die Ferkelerzeugung soll von Beginn an einbezogen werden. Das BMEL will die Markteinführung mit rund 70 Mio. Euro unterstützen. Man steht im Hinblick auf Fördermöglichkeiten über AFP und GAK mit den Ländern, hinsichtlich der Genehmigungshürden mit dem BMI im Gespräch. In der insgesamt 7-stündigen Diskussion wurde jedes einzelne Kriterium abgehandelt. Der vom BMEL vorab zugesendete Katalog sah deutlich über dem von der ITW Mitte letzten Jahres eingereichten ITW-Plus-Vorschlages liegende Kriterien vor, wurde aber in einzelnen Punkten stark modifiziert. Darüber hinaus sollten noch die Bereiche Transport und Schlachtung einbezogen werden. Ziel des BMEL war eine konsensuale Kompromissfindung; DBV hat darauf hingewiesen, dass dieses neue Kriterienset deutlich von dem ursprünglichen ITW-Plus-Vorschlag abweicht und erst in den DBV-Gremien und auch mit den Partnern in der ITW diskutiert werden muss. Bei dem heute entstandenen Kriterienset ist zu befürchten, dass die ursprünglich anvisierte Marktdurchdringung nicht erreicht wird. Die für eine Gesamtbeurteilung wichtige Frage der Organisation und wie das Geld zu den Bauern kommen soll, war nicht Gegenstand der Sitzung.

 

Aktueller Stand GVO-Funde im Rapssaatgut

Ende letzten Jahres wurde durch eine Veröffentlichung des BVL bekannt, dass in einer Partie Rapssaatgut (aus Frankreich) geringe Spuren eines GVO (unter 0,1%) gefunden wurden. Somit ist dieses Saatgut aufgrund der Nulltoleranz bei Saatgut nicht verkehrsfähig; die Flächen müssen umgebrochen werden. Sowohl die Länderbehörden als auch der Züchter haben mittlerweile die betroffenen Landwirte informiert. Seitens des Züchters ist intensive Zusammenarbeit mit betroffenen Landwirten und Behörden zugesagt und eine Kompensation in die Aussicht gestellt worden. Über die Höhe gibt es noch keine Aussagen. Bislang läuft alles in ruhigen Bahnen. Wie viel Hektar in Deutschland betroffen sind steht noch nicht fest, aber es scheint kein flächendeckendes Problem werden, wenngleich aber auch mehrere Bundesländer betroffen sind.

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

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