Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

Landwirtschaft in Ostfriesland

Bildquelle: Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V.

„Woran merkt man, dass man in Ostfriesland ist? – Die Kühe sind schöner als die Frauen.“ Ein alter Witz über dessen Wahrheitsgehalt man sicher streiten kann. Immerhin wurde mit Luisa Hartema eine Ostfriesin zu Germanys Next Topmodel gewählt. Was aber an einem solchen Witz ablesbar ist, ist, dass Kühe und damit die Milcherzeugung in Ostfriesland von hoher Bedeutung ist. Etwa 2300 Milchviehbetriebe mit etwa 143.000 Kühen sind in Ostfriesland zu finden. Das hat unter anderem auch etwas mit den Bodengegebenheiten zu tun. Viele Flächen sind nur als Dauergrünland nutzbar. Wo es möglich ist, wird Weidehaltung betrieben, d. h. sobald das Wetter im Frühjahr es zulässt, werden die Tiere auf's Land gebracht. Die Kühe bleiben meistens in Hofnähe, da sie täglich gemolken werden.

 

Aber es gibt nicht nur Kühe, in Küstennähe sind die Böden sehr gut für den Ackerbau geeignet, hier sind daher viele Getreide- und Rapsfelder zu sehen.

 

Ein neues Tätigkeitsfeld ist die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Entstehung vieler Biogasanlagen ist auch in Ostfriesland zu beobachten und viele Ansässige befürchten eine "Vermaisung" ihrer Heimat. Jedoch wird z.B. auch Gülle zur Biogasgewinnung verwendet und andere Pflanzen werden laufend auf ihre Eignung getestet. Der Mais wird nicht nur zur Energieerzeugung angebaut, er ist außerdem eine wichtige Futterpflanze.

 

Ostfrieslands Landwirte haben mehr zu bieten als nur Kühe, hier sind ebenso Schweine- und Geflügelhalter zu finden. Und, nicht zu vergessen, die Schafhalter, deren Schafe unter anderem eine wichtige Rolle bei der Deichpflege spielen. Mit dem ostfriesischen Milchschaf ist hier sogar eine "eigene" Schafrasse entstanden.

 

Im Bereich Landleben lernen Sie mehr über uns Ostfriesen kennen.

 

Übrigens nehmen auch unsere Kühe an Modelwettbewerben teil, Miss Ostfriesland wird jedes Jahr auf der Excellentschau des VOST im März gekürt.

Zahlen zur Landwirtschaft in Ostfriesland

Landwirtschaft_in_Ostfriesland.pdf

Zahlen und Fakten für die Landwirtschaft in Deutschland finden Sie im Situationsbericht des DBV oder auf der Website des BMELV.


Themen, die uns bewegen

Wir machen Euch satt! Fragt doch mal die Bauern

Jedes Jahr wird in Berlin anlässlich der Grünen Woche demonstriert: Eine andere Landwirtschaft wird gefordert, von vielen NGOs, kirchlichen Organisationen und anderen politischen Kräften. Wir wehren uns gegen eine verzerrende Darstellung, wonach die konventionelle Landwirtschaft angeblich fast alles falsch macht und auch noch für viele Missstände in der Welt mit Hunger, Korruption, Raubbau an der Natur, Krieg und Unterdrückung verantwortlich gemacht werden soll.

 

Wir haben in Ostfriesland eine bäuerliche Landwirtschaft. Zu dieser Landwirtschaft gehören regelmäßig eine Hofstelle sowie eine Betriebsleiterfamilie, die auf eigenes Risiko und ohne Haftungsbegrenzung wirtschaftet. In der Tierhaltung tragen wir an 365 Tagen im Jahr Verantwortung für das Wohlergehen unserer Tierbestände. Und zwar Tag und Nacht. Gemessen am Kapital- und Arbeitseinsatz sind die Preise und Erlöse der Landwirtschaft oft viel zu niedrig. Für außerlandwirtschaftliche Investoren ist es bei diesen geringen Renditeaussichten nicht lukrativ, in Landwirtschaft und erst recht nicht in Tierhaltung zu investieren.

Deshalb droht Ihnen und uns keine agrarindustrielle Landwirtschaft, was immer das auch sein soll.

Außerlandwirtschaftliche Investoren drängen aber auf den Bodenmarkt. Hier gilt es bäuerliche Strukturen zu schützen. In den letzten 25 Jahren hat die EU gewaltige Agrarreformen umgesetzt und von der Landwirtschaft große Anpassungen verlangt. Die Agrarmärkte sind aus Rücksicht auf Industrie- und Exportinteressen Europas geöffnet, Zölle gesenkt und Exportsubventionen abgeschafft worden. Anbieter aus Afrika, Mittel- und Lateinamerika sowie die europäischen Verbraucher profitieren von dieser Politik. Auch die Bauern sollten nach der Anpassung davon profitieren! Wir halten Käseexporte nach Japan oder Korea nicht für verwerflich. Milchprodukte in die Golfstaaten und andere Länder mit Ölproduktion zu liefern, ist ökologisch und ökonomisch vernünftiger als dort in der Wüste Kühe halten zu wollen. Die Chinesen schätzen die Qualität deutscher Milchprodukte und vertrauen auf unsere Babynahrung.

 

In einer globalisierten Welt ist Arbeitsteilung überall üblich und wirtschaftlich angezeigt. Das gilt auch für die Landwirtschaft. Der Agrarstandort Ostfriesland gehört weltweit zu den Gunststandorten. Das gilt insbesondere für die Milchproduktion. Grünland, Kühe und Rinder prägen das Landschaftsbild. Unsere von den Bauern geschaffene und gepflegte Landschaft ist der Schatz, von der der Tourismus in Ostfriesland profitiert. Diese erhalten wir nicht durch Stilllegung, sondern durch eine verantwortliche und wirtschaftliche Nutzung durch uns Bauern. Hier bei uns in Ostfriesland ist das Wasser absolut in Ordnung. Andere Regionen beneiden uns um unser Wasser und den leckeren Tee. Tierhaltung und Fläche stehen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander.

 

Ostfrieslands Bauern wollen gerne noch umweltgerechter, noch tierartgerechter produzieren und manches noch besser machen. Das aber erfordert Investitionen, die nur geleistet werden können, wenn wir wieder Geld verdienen und nicht ständig Kapital vernichten müssen. Dazu benötigen wir die passenden Rahmenbedingungen im Steuer-, Sozial- und besonders im Umweltrecht. Dort kann die Politik viel tun. Auch im Wettbewerbsrecht bleibt die Politik für uns Bauern bislang untätig. Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel drückt die Erzeugerpreise in Deutschland stärker als in jedem anderen EU-Land.

 

Die heutige, moderne Landwirtschaft ist das Ergebnis naturwissenschaftlicher Forschungen und Erkenntnisse sowie des Ergebnistransfers in die breite Praxis. Nur in Zusammenarbeit von Forschung und Praxis, unter gleichzeitiger Beachtung der Naturwissenschaften, sind Innovationen in der Landwirtschaft wahrscheinlich. Ideologen und notorische Miesmacher bringen uns nicht weiter und sind die schlechtesten Ratgeber.

 

Schenken Sie Ihr Vertrauen den Bauern in Ostfriesland und ermutigen Sie die Bauernfamilien in wirtschaftlich schweren Zeiten. Dann machen die Bauern Sie auch zukünftig satt und pflegen nebenbei Wallhecken und vieles mehr.  

 

Bauern brauchen Perspektiven statt Agrarwende!

Gans weit weg

Gans weit weg geht so manch einem Landwirt durch den Kopf. Jedes Jahr wieder fallen hunderttausende von Gänsen über die Wiesen und Ackerflächen her und hinterlassen ein Feld der Verwüstung.

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Pflanzenschutzmittel und Insekten

Ackergifte sind derzeit ein großes Thema. Glyphosat, Insektensterben usw, alles wird in einen großen Topf geworfen und diskutiert. Vieles ist bereits eindeutig gesetzlich geregelt und viele Landwirte beteiligen sich an Blühflächenprogrammen usw.

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Der Wolf

 

Wolf und Weidehaltung passen nicht zusammen!

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Achtung Landfraß!

Das Thema Landfraß spielt auch in Ostfriesland eine große Rolle. In den letzten 15 Jahren sind der Landwirtschaft durchschnittlich 1000 ha/Jahr an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche verloren gegangen. Gründe liegen z.B. in der Ausweisung neuer Baugebiete oder in der Umwidmung als Ausgleichsfläche.

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier.

Daten zum Flächenverbrauch in Niedersachsen finden Sie beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie

 

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