
Carl Noosten (Ackerland)
Klaus Borde (Grünland)
Rudi Bleeker
Wen betrifft es? | Landwirte, deren Flächen von Gänsen kahlgefressen werden |
Warum beschäftigen wir uns damit? | steigende Anzahl an Gänsen, immer höhere Schäden |
Was macht der LHV? | spricht mit Politikern, klärt auf arbeitet Lösungen aus |
Was wurde erreicht? | Anerkennung, dass Gänse Probleme verursachen |
Was fordern wir? | Anerkennung, dass der Erhaltungszustand erreicht wurde |
Die bisherigen Instrumente diesem Problem zu begegnen und für die betroffenen Landwirte eine befriedigende Lösung zu schaffen, hält das Ostfriesische Landvolk für weitgehend gescheitert.
Der bisherige Ansatz von Vertragsnaturschutzangeboten in festgelegten Gebietskulissen löst die Problematik nicht. In ihrer Verzweiflung müssen die besonders stark betroffenen Betriebe inzwischen die Gerichte bemühen, das Land Niedersachsen auf Basis des Naturschutzrechts zu einem Schadensausgleich zu verpflichten. Für Betriebe außerhalb von Schutz- und Vertragsgebietskulissen gibt es noch nicht einmal diesen Weg. Praxistaugliche, wirksame und rechtlich unangreifbare Abwehrmaßnahmen stehen der Landwirtschaft nicht zur Verfügung. Damit ist eine unwürdige und unhaltbare Konfliktsituation entstanden, für die niemand mehr ein Verständnis aufbringt. Die Politik steht jetzt in der Pflicht, einen anderen Weg einzuschlagen.
Wo Gefährdung nicht mehr vorliegt, müssen Schutzkategorien neu bewertet und durch ein modernes, anpassungsfähiges Bestandsmanagement ersetzt werden. Dies ist auch für die Erreichung von Natur- und Umweltschutzzielen notwendig, da sich beispielsweise am Dümmer zeigt, dass der extreme Populationsanstieg der Gänse naturschutzfachliche Anstrengungen konterkariert.
Deshalb fordert das Ostfriesische Landvolk sowie das Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband vom Land Niedersachsen:
1. Ehrliches, niedersachsenweites Monitoring der Gänsepopulationen in Niedersachsen, insbesondere vollständige Erhebung der Sommergänsepopulation und der damit verbundenen Schäden.
2. Strategiewechsel beim Umgang mit der Gänseproblematik: Fairer Ausgleich für alle entstehende Schäden statt flächenbezogener Förderung.
3. Ausgleich für Schäden auch außerhalb von Schutzgebieten.
4. Keine Obergrenze für den Schadensausgleich; EU-Notifizierung ohne de-minimis Obergrenze.
5. Aktives Populationsmanagement, z. B. durch Gelegebehandlung in ungeeigneten Gänseverbreitungsschwerpunkten (einölen/einstechen).
6. Förderung effektiver Gänsejagd (z.B. Prämien, Aufhebung von Schonzeiten, Förderung von Gänsejagdausrüstung), intensive koordinierte Bejagung der invasiven Nilgans und Kanadagans, Beseitigung der bürokratischen Hürden zur Bejagung hier brütender Nonnengänse.
7. Niedersachsen muss sich im Bund und gegenüber der EU für eine Herabsetzung des Schutzstatus der Nonnengans auf EU-Ebene von Anhang I in Anhang II der EU-Vogelschutzrichtlinie einsetzen.
8. Förderung und Unterstützung für den Ausbau der Verwertungsmöglichkeiten von Wildgänsen, z.B. für Hundeleckerlies.
Die Gänsefraßproblematik ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Es ist wichtig, dass seitens der betroffenen Landwirte viel intensiver das Vorkommen von Gänsen auf den Flächen und vor allem die Fraßschäden dokumentiert und bei den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise angezeigt werden müssen. Nur so könnte überzeugende Argumente vorgetragen werden, in der Hoffnung, dass die Förderkulissen erweitert werden. Wir halten dazu einen Vordruck bereit, den Sie hier abrufen können:
Vordruck Gänse-Schadensmeldung (pdf-Datei)
Bitte dokumentieren Sie alle die von Gänsen verursachten Schäden, auch ohne einen Gutachten eingeholt zu haben. Wir benötigen Ihre Schätzung der Schäden und Ihre Reaktion darauf (Nachsaat, Neuansaat etc.).
Bitte senden Sie uns Ihre Aufzeichnungen an folgende Faxnummer: 04941-609249
Vielen Dank!
Bewirtschafter haben die Möglichkeit, die durch rastende und überwinternde nordische Gastvögel infolge Äsung auf ihren Flächen hervorgerufene Großschadensereignisse (Rastspitzen) und die damit einhergehenden hohen Ertragsverluste anteilig ausgleichen zu lassen.
Die LWK informiert und fasst zusammen:
Gans weit weg geht so manch einem Landwirt durch den Kopf. Jedes Jahr wieder fallen hunderttausende von Gänsen über die Wiesen und Ackerflächen her und hinterlassen ein Feld der Verwüstung.
Die Notwendigkeit des Schutzes von einigen Gänsearten und das Anbieten von Überwinterungsplätzen wird von den betroffenen Landwirten durchaus eingesehen. Angesichts der Schäden, auf denen sie nach dem "Einfall" sitzenbleiben, die in die Zehntausende Euro gehen, sinkt die Bereitschaft die Flächen mit den Gänsen zu teilen.
Das NLWKN hat zwei Gutachten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur Auswirkung nordischer Gastvögel auf landwirtschaftliche Nutzflächen veröffentlicht.
Link zu den pdf-Dateien:
Die Arbeitsgruppe "Goose management" des Wadden Sea Forums hat ebenfalls ihren Bericht über die Gänseentwicklung in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark veröffentlicht. Dieser Bericht soll im Februar 2014 auf der trilateralen Wattenmeerkonferenz in Dänemark vorgestellt werden.
Den Bericht und weitere Informationen finden Sie auf der Website des Wadden Sea Forums (Goose report).
25.06.2012
25.11.2013
27.03.2014
14.12.2015
05.04.2016
08.11.2016
Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) hat uns gebeten, die nachstehende Information an unsere Mitglieder weiter zu geben:
„Das MU hat auf der Basis der Landtagsentschließung 17/2223 vom 22.10.2014 einen Arbeitskreis Gänsemanagement eingerichtet, dem Vertreter aller relevanter Organisationen (hier: Landwirtschafts-, Jagd- und Naturschutzorganisationen, Wissenschaftsinstitute) angehören. Entsprechend seinem Arbeitsauftrag hat der Arbeitskreis Gänsemanagement unter anderem ein Monitoring Konzept für die Gänseerfassung erarbeitet, das sich derzeit in der Umsetzung befindet. Ziel ist es, Erkenntnislücken im zeitlichen und räumlichen Auftreten überwinternder und brütender Gänse zu schließen.
In diesem Zusammenhang finden auch im Winterhalbjahr 2016/17 in der Ems-Dollart-Region, die einen Schwerpunkt der niedersächsischen Gänserast bildet, umfangreiche Erfassungen statt. Mit der Erfassung sind unterschiedliche Kartierer und Planungsbüros beauftragt, die der nachfolgenden Auflistung entnommen werden können:
Im Gebiet Westermarsch/Krummhörn ist es das Büro BMS-Umweltplanung, im Gebiet Rheiderland und Emsmarschen der Kartierer Dr. Helmut Kruckenberg, ebenso im Gebiet Leda-Jümme-Niederung, im Gebiet Ostfriesische Meere der Kartierer Martin Akkermann sowie im Gebiet Seemarsch zwischen Norden und Esens der Kartierer A. Knipping.“
Die Zählungen sind auch in unserem Interesse, damit wir belastbares Zahlenmaterial über das Gänsevorkommen in Ostfriesland bekommen in der Hoffnung, endgültig Wege im Umgang mit den Gänsen und der Gänsefraßproblematik zu finden. Wir bitten um Kenntnisnahme!
08.02.2018
21.03.2019
19.11.2020
25.07.2024
07.07.2025
