Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

15.03.2019

Landvolk - INFO Geflügel

Neuer Impfstoff gegen die Rote Vogelmilbe in Sicht

(DLG) Die Rote Vogelmilbe ist nachtaktiv und aufgrund ihrer Wohlfühltemperatur von -20°C bis +40°C thermisch nicht zu bekämpfen. Die Behandlung mit Silikatstaub zerstört zwar die Milben, nicht jedoch deren Eier, das heißt die Milben kommen wieder, sobald die Larven aus den Eiern geschlüpft sind und der Zyklus beginnt von vorn. Der Einsatz von sogenannten Raubmilben, welche die Rote Vogelmilbe angreifen und auf-fressen, ist ebenfalls noch nicht sehr erprobt. Unter Laborbedingungen fressen sich die Raubmilben am Ende gegenseitig, inwieweit dies in der Praxis der Fall ist, ist noch nicht abschließend erforscht. Das Fraunhofer Institut hat nun einen Impfstoff entwickelt, der bereits patentiert wurde. Unter Laborbedingungen werden die Tiere zwei-mal intramuskulär immunisiert. Die Milben, die dann an den geimpften Hühnern Blut saugen, nehmen die Antikörper auf. Diese Aufnahme verringert im ersten Schritt die Eiproduktion der Milben und führt im besten Fall zum Tod der Milben. Inwieweit der Impfstoff in der landwirtschaftlichen Praxis die Rote Vogelmilbe in den Geflügelbeständen bekämpfen kann, muss die praktische Anwendung nach der Markteinführung zeigen.

 

Weltweite Landwirtschaftszählung in 2020

Das Bundeskabinett hat am 27. Februar 2019 eine Änderung des Agrarstatistikgesetzes auf den Weg gebracht, mit dem die Voraussetzung für die Landwirtschaftszählung in 2020 geschaffen wird. Entsprechend einer Empfehlung der Welternährungsorganisation FAO werden im Jahr 2020 Landwirtschaftszählungen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit durchgeführt. Mit der Gesetzesänderung werden u.a. die Informationen festgelegt, die von den Landesstatistikämtern bei den landwirtschaftlichen Betrieben abgefragt werden. Das sind z.B. Daten zu den bewirtschafteten Flächen, Tierbeständen, Stall- und Weidehaltung, Pachtpreisen, der Hofnachfolge oder Ausbringung und Lagerung von Wirtschaftsdünger. Dabei wird den Vorgaben der EU sowie dem speziellem nationalen Informationsbedarf Rechnung getragen.

 

Vorerst kein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen Biohühnern

(AgE) Wie von der EU-Kommission zu vernehmen ist, wird es wohl nicht zu einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen des nicht hinreichenden Zugangs zu Freiland für Elterntiere in der ökologischen Hühnerhaltung kommen. Als Grund wurde die Ankündigung Berlins genannt, die Brüsseler Kritikpunkte zeitnah abstellen zu wollen. Das bedeutet, dass die Bundesländer, in denen die Elterntiere für die ökologische Bruteiproduktion bislang auch in über-dachten Ausläufen gehalten werden dürfen, dies bald untersagen könnten.

Der BÖLW kritisierte das Vorgehen der EU und verwies darauf, dass ein Verbot insofern wenig Sinn macht, da in der für 2021 vorgesehenen Novelle der Öko-Verordnung neue Regeln für die Ökoelterntierhaltung erarbeitet werden. Hier bietet sich dem Gesetzgeber noch die Möglichkeit, praxistaugliche Regelungen für die Elterntierhaltung zu erlassen, die auch die Möglichkeit von überdachten Ausläufen enthalten sollten.

 

Ukrainische Geflügelfirma erhält EU-Kredit

Die MHP Agroholding, der führende Hersteller von Geflügelfleisch in der Ukraine, erhält laut Medienberichten von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) einen Kredit von 100 Mio. Euro für den Erwerb des slowenischen Fleischproduzenten Perutnina Ptuj. Mit der Übernahme kann MHP seine Aktivitäten in der EU weiter ausdehnen. Kritiker warnen vor uneingeschränkten zollfreien Hühnerfilet-Importen in die EU durch die Hintertür. So sollen ukrainische Produzenten die Zollabgaben mit einer speziellen Zurichtung umgehen (Brustteil mit einem kleinen Teil des Flügels), auf die keine Abgaben im Rahmen der "vertieften und umfassenden Freihandelszone" entfallen.

 

Salmonellenreduzierung bei Legehennen gefordert

(EFSA) Die Reduzierung der Belastung von Leghennen mit Salmonellen könnte helfen, die Zahl der Infektionen beim Menschen deutlich zu reduzieren. Wissenschaftler der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) fordern, dass das Ziel sein müsse, dass künftig maximal ein Prozent der Legehennenbetriebe mit Salmonellen infiziert sind. Aktuell liegt das Ziel noch bei zwei Prozent. Das könnte dazu führen, dass die Zahl der menschlichen Infektionen, die über diesen Weg erfolgt, halbiert wird. Das Ziel von einem Prozent ist aktuell für die Aufzucht von Hennen wirksam. Hier sind aktuell fünf Salmonellen-Typen erfasst. Die Experten der EFSA wollen, dass zwei dieser Typen gegen Typen ausgetauscht werden, die eine aktuellere Bedeutung für die öffentliche Gesundheit besitzen. Zudem schließen die Experten, dass das Vorkommen von Salmonellen bei Legehennen geringer ist, wenn sie nicht in Käfigen gehalten werden. Über die Ursachen dafür können sie auf Grund fehlender Daten nichts sagen.

 

Jetzt gibt es auch ein „Geflügel-Mobil“

Das Forum Moderne Landwirtschaft (Forum) unterstützt Landwirte dabei, Verbrauchern authentische Einblicke in die Moderne Landwirtschaft zu geben. Als bewährte Instrumente für die Öffentlichkeitsarbeit wird dabei bereits seit Jahren auf die mobilen Dialoginstrumente gesetzt – bislang zwei Schweine- und ein Kuh-Mobil. Diese mobile Flotte ist mithilfe zahlreicher Sponsoren zu Beginn des Jahres um ein Geflügel-Mobil erweitert worden. Mit dem Geflügel-Mobil wird nun auch ein Geflügelstall zugänglich gemacht. Dabei setzt das Forum auf moderne Technik: In 360°Grad-Videos laden drei Geflügelhalter zu einem virtuellen Streifzug durch ihre Hähnchen-, Puten- und Legehennenställe ein und öffnen für Verbraucher den individuellen Rundumblick. Die mobilen Dialoginstrumente können gegen eine Verleihgebühr von jeweils 295 € mit einer kurzen Anfrage an mobile@moderne-landwirtschaft.de (für Schweine- und Kuh-Mobil) bzw. info@moderne-landwirtschaft.de (für das Geflügel-Mobil) ausgeliehen werden.

Weitere Infos gibt es unter www.forum-moderne-landwirtschaft.de/handwerkszeuge.

Aktuelles Foto-Material zu den einzelnen Mobilen können Sie im Pressebereich auf der Homepage des Forums downloaden: www.moderne-landwirtschaft.de/presse

 

BFH aberkennt Attac Gemeinnützigkeit

Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofes, das der globalisierungskritischen Organisation Attac die Gemeinnützigkeit abgesprochen hat, fordert die FDP, diese Rechtsprechung auch auf militante Tierrechtsorganisationen wie Peta anzuwenden. Gero Hocker, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hat gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt, die Feststellungen des Bundesfinanzhofes zur Gemeinnützigkeit träfen „ausdrücklich nicht nur auf Attac zu“. Auch Tierrechtsorganisationen wie Peta äußerten sich dezidiert in politischen Kampagnen. Insofern solle in der Abgabenordnung, in welcher Kriterien für die Gemeinnützigkeit definiert werden, Tierschutz „effektiv von militanten Tierrechtlern“ abgegrenzt werden.

 

Halal-Fleisch darf kein Biofleisch mehr sein

Bio-Produktionsmethoden zeichnen sich nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) dadurch aus, dass in allen Stadien der Produktion strenge Tierschutznormen beachtet werden müssen. Deshalb dürfe „halal“-Fleisch aus rituellen Schlachtungen ohne Betäubung nicht mit dem europäischen Bio-Siegel deklariert werden, befindet der EuGH in einem aktuellen Urteil.

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

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