Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

14.06.2019

Landvolk - INFO Geflügel

Klöckner für verpflichtende Haltungskennzeichnung eihaltiger Lebensmittel
Anlässlich der Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) der Länder hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für eine verpflichtende Kennzeichnung eihaltiger Lebensmittel mit der Haltungsform der Legehennen ausgesprochen. Klöckner will sich nun für mehr Transparenz einsetzen. Zwar gäben bereits viele Lebensmittelhersteller freiwillig eine Kennzeichnung auf verarbeiteten eihaltigen Produkten an, besser wäre es aber, die bestehende Kennzeichnungspflicht für unverarbeitete Eier auf alle Produkte zu erweitern, in denen Eier verarbeitet worden seien.

NLD: LEH für Tiermehlverfütterung
(AGE) Die Wiederzulassung der Verfütterung von Tiermehl kann einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Der Präsident des niederländischen Lebensmitteleinzelhandelsverbandes (CBL), Marc Jansen, hat sich für die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere ausgesprochen. Auf einer Tagung von Futtermittelherstellern und Getreidehändlern in der vergangenen Woche in Werkendam betonte er, dass eine entsprechende Wiederzulassung einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten könne, die von Landwirtschaftsministerin Carola Schouten angestrebt werde. Schützenhilfe erhielt Jansen von Dr. Theun Vellinga von der Universität Wageningen, wie das Fachmagazin „Pig Business“ berichtete. Nach Ansicht von Vellinga lässt sich mit der Wiederaufnahme von Tiermehl in die Zutatenliste für Mischfutter der Anteil von Sojaschrot als Eiweißkomponente deutlich verringern. Außerdem würde dadurch die heimische Produktion gestärkt, was ebenfalls dem politischen Willen entspräche. Die Verfütterung von Tiermehl an Nutztiere wurde 2001 als Maßnahme gegen die Verbreitung der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) EU-weit verboten. Seit Juni 2013 dürfen Tiermehle von nicht wiederkäuenden Tieren wieder an Speisefische und andere auf Aquafarmen gezüchtete Tiere verfüttert werden.
Auch der DBV fordert seit Langem die Wiederzulassung zur Verfütterung von Tiermehl aus Schweinen an Geflügel und umgekehrt als wichtiges tierisches Eiweiß zur gesunden und artgerechten Fütterungskomponente.

Geflügelfleischmarkt lebhaft
(AMI/MEG) Die MEG-Auswertung der Schlachtereiabgabepreise ergab im Mai 2019 am Hähnchen- und Putenmarkt steigende Preise. Wegen der zeitweise kühlen Temperaturen und häufiger Niederschläge blieb der Absatz im Grillgeschäft eingeschränkt, so blieben Engpässe weitgehend aus. Nachdem das Angebot an frischer Hähnchenbrust sich bereits im April verknappte, waren im Mai auch Hähnchenschenkel nicht mehr drängend. Dieser Artikel fand auf Ladenstufe als Aktionsware Beachtung. Auch Verarbeiter zeigten ein verstärktes Interesse. Sowohl auf Ladenstufe als auch in der Verarbeitung fand das Angebot an Putenfleisch flott Käufer. Frische Brust blieb der meist nachgefragte Artikel am Putenmarkt. Deutlich über dem Vorjahreslevel bewegt sich die Nachfrage nach Putengeschnetzeltem. Verhandlungen zwischen Mästerorganisationen und Schlachtereien ergaben im Mai steigende Erzeugerpreise für Hähnchen und Puten. Dabei gaben die Preise für Mischfuttermittel etwas nach. Entsprechend konnte sich die Rentabilität erholen.

Stabilisierung des Eiermarktes zum Monatsende
(AMI/MEG) In der ersten Maihälfte war die Nachfrage nach Konsumeiern ruhig und blieb unter dem verfügbaren Angebot. So sahen sich einige Anbieter gezwungen, ihre Ware zu geringeren Preisen an die Industrie zu verkaufen. Allerdings fanden auch hier keine umfangreichen Bevorratungskäufe statt. Ab Ende der 20. Kalenderwoche kam es zu einer Nachfragebelebung und einer etwas freundlicheren Stimmung. Als Gründe dafür konnten die anstehenden Himmelfahrts- und Pfingstfeiertage sowie auch eine gewisse Unruhe durch die Ausbrüche der niedrigpathogenen AI in Belgien vermutet werden. Vor allem in den ersten beiden Wochen übertraf das Angebot die Nachfrage, zum Ende des Monats standen sich beide jedoch recht ausgeglichen gegenüber. Im Monatsverlauf kann es vereinzelt zu geringen Engpässen bei deutschen Freiland- und Bio-Eiern. In den ersten beiden Wochen des Monats Mai gaben Packstellenabgabepreise nach. Lediglich die Preise für S-Eier blieben stabil. Im weiteren Monatsverlauf konnten sich die Preise stabilisieren.

Töten männlicher Küken übergangsweise erlaubt

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig urteilte gestern, dass die Tötung männlicher Küken weiter zulässig bleibt, allerdings nur noch übergangsweise.  Zwar sei die Tötung männlicher Küken mit dem Tierschutzgesetz nicht vereinbar und das ausschließliche wirtschaftliche Interesse an Legehennen mit hoher Leistung kein vernünftiger Grund, da aber in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stünden, solle die bisherigen Praxis bis dahin fortgesetzt werden. Die bisherige Praxis sei jahrzehntelang hingenommen worden, so das Bundesverwaltungsgericht. Ohne eine Übergangszeit wären die Brutbetriebe gezwungen, zunächst mit hohem Aufwand eine Aufzucht der männlichen Küken zu ermöglichen, um dann voraussichtlich wenig später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei einzurichten oder ihren Betrieb auf das Ausbrüten von Eiern aus verbesserten Zweinutzungslinien umzustellen. Die Vermeidung einer solchen „doppelten Umstellung“ ist aus Sicht der Richter in Anbetracht der besonderen Umstände ein vernünftiger Grund für die vorübergehende Fortsetzung der bisherigen Praxis.
Der DBV begrüßt dieses Urteil, mit dem nun endlich Rechtssicherheit für die Brütereien in Deutschland geschaffen wurde und deren Zukunft gesichert ist. Gleichzeitig ist diese Entscheidung aber auch ein klarer Auftrag an alle Beteiligten, rasch praxistaugliche Lösungen zur Geschlechtsbestimmung im Ei zu etablieren.
Eine ausführliche Pressemeldung des Bundesverfassungsgerichtes zum Urteil finden Sie unter https://www.bverwg.de/pm/2019/47.

Zweiter QS-Statusbericht zum Antibiotikaeinsatz
Neueste Zahlen des aktuellen Statusberichts zum Antibiotikaeinsatz der QS Qualität und Sicherheit GmbH belegen für alle Tierarten, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung rückläufig ist und dass die Menge der Reserveantibiotika kontinuierlich weiter sinkt. Zwischen 2014 und 2018 sank die im QS-System erfasste Abgabe von Antibiotika in der Nutztierhaltung um insgesamt 253,2 Tonnen. Dies entspricht einer Reduktion von 35,7 Prozent. Das QS-Monitoring deckt 95 Prozent der Schweine- und Geflügelfleischproduktion in Deutschland ab. Seit der Einführung des QS-Antibiotikamonitorings in 2012 wertet QS die Daten von über 2.300 Tierärzten aus. Das sind mehr als 4,1 Millionen Behandlungsbelege im erfassten Zeitraum.
Auch kritische Antibiotika, sogenannte Reserveantibiotika, die für die Humanmedizin von großer Bedeutung sind, kommen deutlich seltener in den Ställen der QS-zertifizierten Betriebe zum Einsatz. Hier sank die verabreichte Menge um 46,7 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die von Tierhaltern und Tierärzten ergriffenen Maßnahmen zur Antibiotikareduktion greifen. Vor dem Hintergrund möglicher Resistenzbildungen, welche zu einer Unwirksamkeit besonders wichtiger Antibiotika in der Humanmedizin führen könnten, stehen diese kritischen Antibiotika bei QS unter ganz besonderer Beobachtung. Tierhalter und Tierärzte erhalten einen separaten Therapieindex nur für den Einsatz von kritischen Antibiotika.

QS-Antibiotikamonitoring zeigt Wirkung
Die Geflügelhalter konnten ebenfalls 18,8 Prozent weniger Antibiotika verabreichen und setzen damit ihre positive Entwicklung über alle Wirkstoffgruppen hinweg fort. Die Wirtschaft hat mit ihrer Eigeninitiative zur Erfassung und Auswertung der Antibiotikamengen in der Nutztierhaltung seit 2012 bereits viel erreicht. Durch die breite Branchenabdeckung konnte QS Transparenz und nachvollziehbare Vergleichsmöglichkeiten für Tierhalter und Tierärzte schaffen. Die Zahlen haben eine beratende Funktion für die Branche und belegen, dass Tierhalter und Tierärzte für dieses Thema ausreichend sensibilisiert und in hohem Maße um einen restriktiven Einsatz bemüht sind. Den vollständigen „2. Statusbericht zum Antibiotikamonitoring im QS-System“ können Sie auf der QS-Webseite ansehen und herunterladen.

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

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