Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

11.01.2019

Landvolk - INFO Milch / Rind

Markt

(AMI, ZMB) - Ende 2018 hat sich der saisonal schwächere Anstieg im Milchaufkommen fortgesetzt. So wurden in den Kalenderwochen 51 und 52 jeweils 0,8 % mehr als in der jeweiligen Vorwoche angeliefert, im Vergleich zum Vorjahr fällt die Anlieferung damit jedoch um -2,5 % (KW 51) bzw. -3,2 % (KW 52) deutlich geringer aus. Die Milchanlieferung in Deutschland wird 2019 voraussichtlich wieder niedriger ausfallen als im Rekordjahr 2018. Das lassen die niedrigen Futtervorräte und die mindere Grundfutterqualität aus dem Dürrejahr 2018 erwarten. Der Milchmarkt zeigt sich zu Jahresbeginn stabil. Für Blockbutter wurden zum Jahresbeginn festere Preise verzeichnet; die Preise für abgepackte Butter sind unverändert. Auch für Schnittkäse sind stabile Preistendenzen zu beobachten. Die Preisdiskussionen Ende 2018 scheinen sich beruhigt zu haben.

Positiv entwickeln sich momentan die Pulverpreise. Für Magermilchpulver wurden höhere Preise erzielt; für Vollmilchpulver und Molkepulver zeichnen die Preise ebenfalls stabil.

 

DBV-Fachforum Milch zur Strategie 2030

Am 21. Januar findet im Rahmen der Grünen Woche das DBV-Fachforum Milch statt. DBV-Vizepräsident Schmal wird die aus Sicht der Milchbauern erforderlichen Eckpunkte einer Strategie vorstellen. Im Anschluss werden die Themen Strategieentwicklung, Branchenverband und Absatzförderung diskutiert. Infos und Anmeldung unter: www.bauernverband.de/gruene-woche-dbv-fachforum-milch

 

Thünen-Studie zum Verbot der Anbindehaltung

Das Thünen-Institut hat eine Folgenabschätzung zu einem möglichen Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung vorgelegt. Es kann demnach davon ausgegangen werden, dass in Deutschland trotz fortschreitendem Strukturwandel auch im Jahr 2027 noch ca. 13.500 Milchviehbetriebe ihre Tiere ganzjährig angebunden halten. Ein sozialverträgliches Verbot würde aus Sicht der Wissenschaftler eine ausreichende Übergangszeit, eine Flankierung mit Fördermaßnahmen (geschätztes Finanzvolumen: bis zu 287 Mio. Euro) und ggf. Härtefallregeln für auslaufende Betriebe voraussetzen.

 

Auslagerung von Magermilchpulver

Bei der Ausschreibungsrunde zum Verkauf von Magermilchpulver aus der Intervention wurden diese Woche 80.424 t zu einem Mindestpreis von 1.554,- EUR/t veräußert. Der DBV hierzu: Dass diese große Menge zu diesem Preis auf den Markt gebracht werden konnte, ist ein Indiz für einen aufnahmefähigen, aber auch zunehmend volatilen Milchmarkt. An der EEX setzten die Akteure in dieser Woche auf ein Niveau, mit dem sich umgerechnet für das Gesamtjahr 2019 ein Erzeugerpreis in Höhe von ca. 35 Ct/kg absichern ließ. Vor zwei Wochen lag dieses Niveau bei 33 Ct. Vieles spricht dafür, dass die Aufwärtsbewegung anhält.

 

Weibliche Schlachtrinder nachgefragt

(AMI) – Zu Beginn des neuen Jahres wird das Angebot an schlachtreifen Rindern mehrheitlich als relativ klein und nicht immer vollständig ausreichend beschrieben. Zusätzlich führt der Auffüllbedarf des Lebensmitteleinzelhandels zu einer Belebung der Nachfrage. Dabei stehen günstigere Artikel wie Hack- und Suppenfleisch stärker im Mittelpunkt. Das Kaufinteresse an Jungbullen der höherwertigen Kategorien U und R fällt entsprechend gering aus, trifft aber auch auf ein verhältnismäßig kleines Angebot. Weibliche Schlachtrindern werden dagegen verstärkt nachgefragt und bedingt durch knappe Angebotszahlen auch vermehrt zu höheren Konditionen gehandelt. Eine weitere Belebung der Nachfrage scheint dementsprechend vor allem bei den weiblichen Kategorien realistisch. Gleichzeitig ist kaum davon auszugehen, dass die angebotenen Stückzahlen in der weiteren Entwicklung kurzfristig merklich größer ausfallen werden

 

Konjunktur: Für 2019 verhalten optimistisch

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in seine IW-Verbandsumfrage erstmals auch die Landwirtschaft aufgenommen und dafür den Deutschen Bauernverband befragt. Dieser bewertet die aktuelle wirtschaftliche Situation der Branche schlechter als zum Jahreswechsel 2017/2018.

Als Grund sieht der DBV vor allem die Auswirkungen der Trockenheit im Sommer 2018. Außerdem sorgen deutlich höhere Betriebsmittelkosten für eine gedämpfte Stimmung und handelspolitische Entscheidungen (Brexit, Handelsstreitigkeiten der USA) für Unsicherheiten auf den Agrarmärkten.

 

Strukturwandel schreitet weiter voran

Im letzten Erhebungshalbjahr des Statistischen Bundesamtes (November 2018 zu Mai 2018) verringerte sich die Zahl der deutschen Milcherzeuger um 1,8 % (-1.172) auf 62.813 Milchviehhalter. In den vergangenen zwölf Monaten ging die Zahl der Milcherzeuger um 4,5 % zurück. Zum November 2018 wurden rund 4,1 Mio. Milchkühe (-1,6 % im Vgl. zum Mai 2018) gehalten. Die durchschnittliche Herdengröße hat sich im Vergleich zu Mai 2018 nur sehr leicht erhöht und liegt bei 65 Milchkühen.

 

Hinweise zum BTV 8 Ausbruch in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat aufgrund des Ausbruchs der BTV8 einen Erlass veröffentlicht

der im Wesentlichen dem niedersächsischen Erlass vom 21.12.2018 entspricht. Ergänzend enthält der Erlass Baden-Württembergs eine Regelung zum Verbringen empfänglicher Tiere innerhalb des Sperrgebietes. Ferner werden Optionen für das innerstaatliche Verbringen empfänglicher Tiere aus dem Sperrgebiet in freie Gebiete tabellarisch dargelegt.

Verbringen von Rindern, Schafen und/oder Ziegen aus der Sperrzone zur Schlachtung

Rinder ohne gültigen Impfschutz können auf Basis einer Tierhaltererklärung unmittelbar in Schlachtstätten außerhalb des Restriktionsgebietes verbracht werden, wobei Sammeltransporte zulässig sind. Eine Behandlung der Schlachttiere mit Repellentien ist nicht erforderlich.

Verbringen von Zucht- und Nutzrindern aus der Sperrzone

Das Verbringen von Zucht- und Nutzrindern ohne gültigen Impfschutz aus der Sperrzone in freie Gebiete Deutschlands ist unter der Voraussetzung eines negativen PCR-Befundes und einer Behandlung mit Repellentien zunächst bis zum 28.02.2019 befristet.

Impfung

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten des BTV-Impfstoffes konnten die Fristen für Tiere, die im Jahr 2018 geimpft worden sind, hinsichtlich der jährlichen Wiederholungsimpfung und der zweiten Grundimmunisierung nicht durchgängig eingehalten werden. Aus aktuellem Anlass haben sich BMEL und Länder auf eine Erweiterung der Fristen geeinigt. Demnach soll eine verzögerte Nachimpfung (z. B. durch Nichtverfügbarkeit des Impfstoffes) bis zu einem Zeitraum von maximal drei Monaten als Auffrischung toleriert werden.

Aktuelle Informationen und Unterlagen (u. a. Tierhaltererklärung, Nachimpffristen) hier:

http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=5&Thema_ID=8&ID=2876&lang=DE&Pdf=No

https://www.tierseucheninfo.niedersachsen.de/anzeigepflichtige_tierseuchen/seuchen_verschiedener_tierseuchen/blauzungenkrankheit/blauzungenkrankheit-21712.html

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

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