Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

14.06.2019

Landvolk - INFO Milch / Rind

Markt
(AMI, ZMB) Das Milchaufkommen ist weiterhin rückläufig. In der 21. KW wurden -0,4 % Milch angeliefert. Damit lag die Milchmenge 1,9 % unter der Vorjahreswoche. Der Buttermarkt zeigt sich insgesamt etwas schwächer. Für abgepackte Butter wurden die Notierungen auf 3,76 - 3,84 EUR/kg zurückgenommen. Ebenso wurden niedrigere Preise für Blockbutter notiert: 3,95 - 4,04 EUR/kg. Der Schnittkäsemarkt verläuft stabil bei reger Nachfrage und leicht anziehenden Preisen. Die Lagerbestände zum Reifen haben weiter abgenommen und liegen auf unterdurchschnittlichem Niveau. Der Pulvermarkt stellt sich relativ stabil dar. Es wird von einem uneinheitlichen Preisgefüge berichtet. Für Magermilchpulver besteht eine verhaltene, aber stetige Nachfrage, für Vollmilchpulver rege und für Molkenpulver etwas schwächer.
Beim GDT-Tender war am 04.06.2019 ein Preisrückgang um 3,4 % im Durchschnitt über alle Produkte und Zeiträume zum Vortermin zu verzeichnen. Die Handelsmengen sind um 28,1 % auf 19.874 Tonnen gestiegen.

(AMI, ZMB) Die Milchanlieferung ist weiterhin leicht rückläufig. Die Milchspitze könnte in diesem Jahr bereits überschritten sein. In der 22. KW wurden 0,3 % weniger angeliefert als in der Vorwoche. Das Milchaufkommen liegt 0,6 % unter der Vorjahreswoche. Der Buttermarkt zeigt sich abwartend mit leicht schwächerer Tendenz. Die Preise für abgepackte Butter liegen auf stabil ermäßigtem Niveau (3,76-3,84 €/kg, Kempten, 12.06.19); für Blockbutter auf verringertem Niveau (3,80-3,95 €/kg, Kempten, 12.06.19).
Der Markt für Schnittkäse verläuft weiterhin ausgeglichen mit unterdurchschnittlichen Reifebeständen. Dementsprechend war das Preisniveau in der ersten Junihälfte stabil. In den momentanen Verhandlungen führen die höheren Preisforderungen der Hersteller zu Diskussionen mit den Abnehmern und konnten bisher vereinzelt durchgesetzt werden. Auf dem Pulvermarkt haben sich die Geschäfte beruhigt. Bei leicht rückläufigen Preisen für Mager- sowie Vollmilchpulver kamen weniger Neuabschlüsse zustande. Der Markt für Molkenpulver hat sich hingegen stabilisiert.

Kritik zur LEH-Haltungskennzeichnung
Vertreter von QM-Milch haben mit Vertretern des Lebensmittehandels Kritikpunkte bzgl. der Haltungskennzeichnung diskutiert. Die LEH-Kennzeichnung definiert Kriterien für Schlachtkühe, betrifft also auch die Milcherzeuger. Für den Milchsektor kritisch waren einige der ursprünglich veröffentlichten – jedoch nicht sachgerechten – Kriterien, die ohne Beteiligung der Milchbranche erarbeitet wurden. Der Kriterienkatalog wurde in einigen Punkten angepasst, weitere Details konnten nun diskutiert werden. Darüber hinaus finden vorhandene Strukturen (z. B. Weidelabel) bislang keine Berücksichtigung.

DBV zu Mercosur-Verhandlungen
Zum möglichen Abschluss der Verhandlungen mit dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) fordert DBV-Präsident Rukwied von der EU eine veränderte Strategie. Gegen niedrigere Anforderungen bei Pflanzenschutzmitteln oder in der Tierhaltung könnten europäische Bauern nicht bestehen. Es sei notwendig, dass alle Lebensmittel und Agrarrohstoffe aus dem Mercosur die im EU-Markt geltenden Standards erfüllen. Dies würde Verbrauchern, Landwirten und einem fairen Wettbewerb dienen.

Milchviehhalter wieder investitionswilliger
(AgE) Laut einer Umfrage unter 2.000 Milchviehhaltern kommt das Marktforschungsunternehmen AgriDirect zum Ergebnis, dass die Investitionsbereitschaft unter den Erzeugern für 2020 wieder zugenommen hat. Das betrifft sowohl die Investitionen in Melkanlagen – vor allem in Melkroboter und Fütterung (Technik, Fahrsilo) – als auch in die Renovierung von Ställen. Weniger Betriebe planen einen Neubau.

Landesweite Übung der kommunalen Veterinärbehörden zur Überprüfung der Abläufe im Krisenfall bei einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS)
Derzeit läuft die landesweite Tierseuchenübung der kommunalen Veterinärbehörden mit dem Thema MKS. Beim Betriebsbesuch der in der Übung involvierten Rinderbetriebe wird den Landwirten unter anderem das Dokument „Biosicherheitsmaßnahmen auf Milchviehbetrieben als Voraussetzung für die Abholung der Milch im MKS-Krisenfall“ ausgehändigt. Es wurde festgestellt, dass viele der besuchten Landwirte noch nie von diesem Formular und der Vorgehensweise im Krisenfall gehört haben.
Auch wenn zurzeit hauptsächlich ASP und die Blauzungenkrankheit als Seuche in den Medien präsent sind, bleibt das Risiko der Einschleppung für MKS unverändert groß und wird vom FLI als „bedeutend“ bewertet: https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00021992/Radar_Bulletin_Deutschland_Mai_2019_oeffentlich.pdf 
Laut FLI stellt sich die Gefahrenlage wie folgt dar: „Die Gefahrenlage für Deutschland ist unverändert. Es besteht ein bedeutendes Risiko einer Einschleppung aus Nordafrika und der Türkei, aber auch aus den großen Endemiegebieten im restlichen Afrika und aus Asien. Die Reisehinweise und die Fachinformation des BLV sind zu beachten. …“
Aufgrund der ersten Ergebnisse aus der Übung möchten wir die Rinder- und Milchviehhalter sicherheitshalber auf den „Leitfaden zum Umgang mit Rohmilch aus MKS – Restriktionsgebieten“ hinweisen. Dieser enthält auch das angesprochene Formular in der Anlage 05 (Seite 87): https://milchwirtschaft.de/medien/download-dokumente/milchprofis/infos-fuer-milchprofis/4Leitfaden_LAVES_Juli_2014.pdf  

Memorandum zum innergemeinschaftlichen Verbringen von Kälbern nach Spanien
Das Memorandum ist gemäß der Vereinbarung mit dem spanischen Veterinärdienst am 3.6.2019 in Kraft getreten. Ein Verbringen von Kälbern nicht gegen BTV-8 geimpfter Kühe nach Spanien ist wegen der Vorlaufzeiten mit Repellentbehandlung und PCR-Untersuchung frühestens in ca. (2 ½ bis) 3 Wochen möglich, sofern die Behandlung der Tiere unverzüglich begonnen wird. Kälber geimpfter Kühe können mit/ohne PCR-Untersuchung ab 03.06.2019 nach Spanien verbracht werden. Die genauen Regelungen und die ergänzende Gesundheitsbescheinigung können unter folgenden Links abgerufen werden:
Tierhaltererklärung/Gesundheitsbescheinigung: https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/download/144472/Tierhaltererklaerung_fuer_das_Verbringen_von_Kaelbern_juenger_als_70_Tage_nach_Spanien_Stand_30.05.2019_.pdf 
Memorandum: http://www.dvfb.org/services/files/bt-esp/BMEL_19-05-27-BT-Memorandum%20DEU-ESP-Unterschriftsfassung.pdf

http://www.dvfb.org/services/files/bt-esp/BMEL_19-05-27-BT-Memorandum%20DEU-ESP-Unterschriftsfassung.pdf
DBV zum Düngegipfel von Bund und Ländern
Der DBV spricht sich für eine regional differenzierte Düngeregelung aus. Bei einem Gespräch mit Bundesministerin Klöckner verlangte der DBV-Umweltbeauftragte Hartelt in Zeiten einer zielgenaueren Düngung auch mehr Präzision bei der Abgrenzung nitratsensibler Gebiete. „Zusätzliche Auflagen müssen greifen, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht.“ Düngung pauschal unter den Bedarf abzusenken, sei weder fachlich zu begründen, noch dem Prinzip einer bedarfsgerechten Düngung zuträglich. Erforderlich sei auch eine Stärkung von Wasserkooperationen und Vertragswasserschutz.

QM Milch: Weiterentwicklung in der Diskussion
Vorstand und Fachbeirat von QM-Milch diskutierten, ob und wie die Aktivitäten des LEH über QM-Milch zusammengebracht und in geordnete Bahnen gelenkt werden können. Die jüngere Vergangenheit hat aufgezeigt, was passiert, wenn Molkereien und LEH ohne Koordination untereinander sowie ohne Einbindung der Landwirtschaft agieren: Gentechnikfreiheit, LEH-Haltungskennzeichnung, Weidemilch, Anbindehaltung, „glyphosatfreie“ Milch. Die aufgenommene Diskussion wird über den Sommer sowohl bei QM-Milch, aber auch im Rahmen der Strategie 2030, fortgesetzt.

Energieeffizienz: Förderung von Melkrobotern
Über das Bundesprogramm zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ist die Förderung von Melkrobotern möglich. Der Zuschuss beträgt bis zu 30 %, wenn die Investition zu einer nachgewiesenen Energieeinsparung von mind. 25 % gegenüber dem Ist-Zustand führt. Programmdetails unter: https://bit.ly/2yrCeWF.

Schlachtrinderpreise stabilisiert
(AMI) – Die Angebotssituation an männlichen und weiblichen Schlachtrindern scheint sich aus Sicht der Viehvermarkter zu entspannen. Die verfügbaren Stückzahlen pendeln zurück. Aufgrund der im Verhältnis zur Nachfrage kleinen Stückzahlen könnten die Erzeugerpreise für Jungbullen vorerst ihren Tiefpunkt erreicht haben, so die Einschätzung der befragten Geschäftsführer von Erzeugergemeinschaften. Bei den Schlachtkühen zeichnen sich zunehmend ausgeglichene Marktverhältnisse zwischen Angebot und Nachfrage an. Regional werden wegen der Knappheit Kurse geboten, die über den VEZG-Preisen liegen. Die Färsenvermarktung für höherwertige Tiere der Handelsklasse R gestaltet sich, angesichts der im Verhältnis zu den Jungbullen relativ hohen Preise, schwierig. Nicht immer können Einsender die Notierungsempfehlungen der VEZG für Färsen der Hkl.- R3 erzielen.

Niederlande baut Kälberimporte aus
(AMI) – Die Niederlande erhöhte die Kälberimporte in den ersten fünf Monaten dieses Jahres erneut deutlich. Bereits im Jahr 2018 baut unser Nachbarland die Einfuhren von Kälbern um 7 % aus.
Deutschland liefert dabei mit Abstand die meisten Nutzkälber und hält aktuell einen Anteil von 60 % aller eingeführten Tiere. Die Einfuhren mit der Herkunft Deutschland konnten sogar noch ausgebaut werden, obwohl aufgrund von Sperrgebieten wegen der Blauzungenkrankheit in diesen Gebieten weniger gehandelt wurde oder nur mit Auflagen. Extrem gestiegen sind die Einfuhren aus Irland, während die Zulieferungen aus Belgien sich rückläufig entwickeln. Für das gesamte Jahr dürfte sich die Menge, der in die Niederlande gelieferten Kälber der Marke von 900.000 Tieren nähern.

Biomilchmarkt
(AMI, Bioland, Landvolk) Die deutsche Bio-Milchproduktion steigt, und die Mehrmengen finden nicht in allen Fällen sofort einen Abnehmer. Die Zuwachsraten bei der Bio-Milchanlieferung in Deutschland lagen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat bundesweit bei nur 2,6%; im März zeigt sich jedoch wieder ein Plus von 6,5%. Insgesamt ist das Wachstum gegenüber dem Vorjahr derzeit (mit 4,4% im ersten Quartal 2019) aber verlangsamt (2018:2017 +19%). Insgesamt wird aufgrund dürrebedingter Bestandsreduzierungen für das Jahr 2019 mit einem durchschnittlichen Biomilchmengenwachstum von 5% gerechnet.
Hohe Zuwächse verzeichnen die Nachbarländer in der EU. Frankreich hat in der Anlieferung in den ersten drei Monaten 2019 um 16% zugelegt. Der Absatz in Frankreich wächst stark, die neuen Mengen werden im eigenen Land benötigt. Anders ist die Situation in Österreich und Dänemark, diese Länder sind traditionell auf den Export angewiesen. In Dänemark liegen die Zuwächse in den ersten drei Monaten 2019 bei knapp 10%. Österreich verzeichnet als einziges Land 2019 leichte Rückgänge von 0,6% von Januar bis März mit zuletzt aber wieder steigender Tendenz.
Die Marktbeteiligten berichten von großen Mengen, die im EU-Bio-Segment angeboten werden. Diese Milch stammt überwiegend aus Österreich und Dänemark. Die Kontraktabschlüsse bei den Handelsmarken mit EU-Bio-Milch standen daher unter Druck. Dennoch konnten die Preise im Einzelhandel gehalten werden. Auch der Spotmarkt spiegelt diese Situation wider, insbesondere Bio-Magermilch ist schwer abzusetzen. Handelsmarken, die das Zeichen eines deutschen Bio-Verbands tragen (Bioland, Naturland, Demeter), zeigen sich dagegen stabil.

Kühe gewinnen immer größere Anteile am Bio-Rindfleischmarkt
(AMI, Landvolk) Die Schlachtanmeldungen sind immer noch höher als erwartet. Eigentlich hatten die Vermarkter schon im ersten Quartal mit rückläufigen Schlachtungen sowohl bei Kühen als auch bei Schlachtrindern gerechnet. Kühe, und damit der Hackfleischverkauf, dominieren immer stärker das Sortiment. Kälte und Trockenheit haben den Grünlandaufwuchs in vielen Regionen Deutschlands verzögert und vermindert. Bis Anfang Mai war die Futterversorgung für viele Betriebe noch fraglich. Mit den Sorgen um eine weitere Trockenheit wurden mehr Rinder geschlachtet als vorher angenommen.
Die Kuhschlachtungen sind ähnlich wie bei den Schlachtrindern höher als erwartet (als Grund wird die knappe Futterversorgung genannt). Hinzu kommt die große Anzahl an vor kurzem umgestellten Milchviehbetrieben, die derzeit ihre Herden aussortieren. Die Kuhpreise sind unter anderem durch die Kopplung an konventionelle Preise auf 3,23 EUR/kg SG dennoch gestiegen. Kühe übernehmen damit einen immer größeren Anteil an den Bio-Rindfleischverkäufen. Allein in den Wochen von KW 18-21 liefen in den deutschen Discountern neun Angebotsaktionen mit Bio-Hackfleisch. Dieses wurde in den Aktionen zwischen 7,47 und 9,47 EUR/kg angeboten.

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

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