Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

29.05.2019

Landvolk - INFO Schwein

Nationaler Aktionsplan Kupierverzicht greift ab 01.07.2019
Die EU-Kommission hatte Ende 2017 mitgeteilt, dass die von Deutschland unternommenen Maßnahmen zum Kupierverzicht beim Ringelschwanz (RL 2008/120/EG) nicht ausreichen und einen weitergehenden Aktionsplan gefordert. In diesem Sinne wurde auf der Agrarministerkonferenz (AMK) im September 2018 ein nationaler Aktionsplan beschlossen.
Danach müssen sowohl Sauenhalter, die ihre Ferkel kupieren, als auch jeder Mäster, der kupierte Ferkel einstallt, ab dem 01.07.2019 die Notwendigkeit dieses Eingriffs über eine Tierhaltererklärung belegen. Für diese Tierhaltererklärung ist vorab die Durchführung einer Risikoanalyse mit Identifizierung der Risikofaktoren und Optimierungsmaßnahmen erforderlich.
Das gilt auch für Mäster, die Ferkel aus z.B. Dänemark oder Holland importieren. Die EU-KOM hat von vielen Mitgliedstaaten entsprechende Aktionspläne eingefordert, so dass auch dort Risikoanalysen und Tierhaltererklärungen erstellt werden müssen.
In Deutschland erfolgt die Umsetzung derzeit bundeslandspezifisch unterschiedlich. Aus NRW und Sachsen sind bereits entsprechende Erlasse bekannt und Veterinärverwaltungen in dieser Angelegenheit tätig. In Kürze werden noch Erlasse in Niedersachsen und in weiteren Bundesländern folgen oder aber die Umsetzung des AMK-Beschlusses erfolgt dort ohne Erlass direkt durch die Veterinärbehörden.
Je nach Bundesland und Ferkelherkunft kann es also sein, dass ab dem 01.07.2019 entsprechende Tierhaltererklärungen von den Veterinärbehörden im In- oder Ausland nachgefragt werden. Insofern sind alle Schweinehalter gut beraten, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um unliebsame Überraschungen ab Juli 2019 zu vermeiden. Da insbesondere die Risikoanalyse etwas Zeit in Anspruch nehmen wird, sollte man nicht bis zum 01.07.2019 warten.
Allgemeine Unterlagen zu diesem Thema (Infos, Formulare für Risikoanalyse und Tierhaltererklärung, usw.) findet man unter folgender Internetadresse: http://www.ringelschwanz.info/weitereinfomationen/aktionsplan-kupierverzicht.html  
Zu berücksichtigen sind jedoch ggf. bundeslandspezifische Regelungen, die sich noch aus dem derzeit in Bearbeitung befindlichen niedersächsischen Erlass ergeben werden. Die Veterinärämter in Niedersachsen warten derzeit dringend auf den Erlass des ML und planen in der Regel noch Anschreiben an die Schweinehalter.
Die EU-Kommission hat Audits in den Mitgliedstaaten angekündigt, um die Umsetzung u.a. der Aktionspläne zu überprüfen.

ASP: Initiative zur weltweiten Bekämpfung gestartet
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) hat gemeinsam mit der FAO eine globale Initiative zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ins Leben gerufen. Die aktuelle, weltweite Verbreitung und die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Schäden seien verheerend und müssten unbedingt eingedämmt werden. In Europa wurden unter diesem Dach bereits 2014 regionale Expertengruppen installiert. Zuletzt fand dies auch in Asien und Amerika statt. Zudem ruft die OIE ihre Mitgliedsstaaten auf, Programme zur Prävention, zur Früherkennung und auch zur Kompensation von Verlusten im Falle eines Ausbruchs aufzulegen. Weiterhin sollte unbedingt auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen geachtet werden. Besonders der Kontrolle von Wildschweinepopulationen kommt eine besondere Bedeutung zu. Die OIE verweist darauf, dass es aufgrund der komplexen Epidemiologie der Erkrankung notwendig ist, dass alle beteiligten Sektoren an der Bekämpfung teilnehmen. Dazu gehören neben den Veterinärbehörden auch die Grenzüberwachungsbehörden, der Bereich der Schweineproduktion, Universitäten, die Forstbehörden, Jagdvereinigungen und auch Tiertransportorganisationen. Aller Euphorie zum Trotz, werden noch einige Jahre ins Land gehen, bevor möglicherweise ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

DBV zum Düngegipfel von Bund und Ländern

(DBV) Zu dem Gespräch am 6. Juni 2019 von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit den Ländern und Verbänden über die Novelle der Düngeverordnung sagt der DBV-Umweltbeauftragte und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt:
„Die deutsche Landwirtschaft steht zum Gewässerschutz, auch wir wollen sauberes Grundwasser. Immer höhere Anforderungen an eine zielgenaue Düngung erfordern aber auch Präzision bei der Abgrenzung nitratsensibler Gebiete. Zusätzliche Auflagen müssen in den Einzugsgebieten belasteter Grundwassermessstellen greifen, dort, wo tatsächlich Handlungsbedarf besteht und nicht pauschal in riesigen Grundwasserkörpern. Unabhängig davon ist der Vorschlag, die zulässige Düngung in nitratsensiblen Gebieten pauschal unter den Bedarf abzusenken, eine Abkehr vom Prinzip der bedarfsgerechten Düngung. Dies ist weder fachlich zu begründen noch von der EU-Kommission gefordert. Auch die vorgenommenen geringfügigen Modifikationen des 20%-Abzuges können dies nicht entkräften; diese Regelung lehnen wir daher ab. Ebenfalls fachlich nicht zu begründen ist die unterschiedliche Gestaltung bei den Ausnahmen von der pauschalen Begrenzung bei ökologisch und klassisch arbeitenden Betrieben. Erforderlich ist letztlich auch eine Stärkung von Wasserkooperationen und des Vertragswasserschutzes als wirkungsvollere Alternative zu den geplanten ordnungsrechtlichen Vorgaben.“

BfR-Verbrauchermonitor: Lebensmittel sind sicher
(QS) Der aktuelle Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt, dass die Bundesbürger ihre Lebensmittel für sicherer halten. In der Summe empfinden 77 % der Befragten die in Deutschland zum Kauf angebotenen Lebensmittel als sicher. Ein deutlicher Rückgang ist insbesondere bei dem Thema Antibiotikaresistenzen zu verzeichnen. Diese führen die Liste beunruhigender Gesundheits- und Verbraucherthemen zwar weiter an, der Anteil der hierüber besorgten Verbraucher ging aber im Vergleich zur Befragung im Sommer 2018 um 11 % auf 57 % zurück. Weniger beunruhigt sind die Studienteilnehmer in Bezug auf die Kontamination von Lebensmitteln mit Salmonellen. Hier verringerte sich der Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf einen Anteil von 45 %.
Den aktuellen Verbrauchermonitor sowie weitere Ausgaben finden Sie unter: https://www.bfr.bund.de/de/publikation/bfr_verbrauchermonitor-192699.html 

ASP in Vietnam grassiert weiter
(AMI) In Vietnam grassiert mittlerweile die ASP in 18 der 63 Provinzen und bedroht weitere Landesteile. Nach Angaben von vietnamesischen Behörden sollen bislang mehr als 2 Mio. Schweine infolge der ASP verendet oder zur Seuchenbekämpfung gekeult worden sein.
Der vietnamesische Landwirtschaftsminister hat die Verbraucher aufgefordert, den Verzehr von Schweinefleisch nicht einzustellen und appellierte gleichzeitig an die Schweinefleischindustrie zur Einlagerung in Erwartung einer Knappheitssituation in der zweiten Jahreshälfte. Zudem wurde empfohlen, den Schweinebestand in der derzeit schwierigen Situation nicht zu vergrößern, sondern den Schwerpunkt auf die Produktion von Rind- und Geflügelfleisch und die Fischzucht zu legen.

Klöckner zu Gesprächen in China
(AgE) Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner reist mit einer Wirtschaftsdelegation zu Gesprächen nach China, bei denen es u.a. um die Bereiche Ernährungswirtschaft, Tierzucht, Fleischwirtschaft und Tiergesundheit geht. Wie das BMEL im Vorfeld mitteilte, will die Ministerin auch für eine enge Kooperation im Bereich der Tierseuchenbekämpfung - insbesondere in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest - werben. Im Rahmen einer Grundsatzrede werde Klöckner auch Fragen einer umwelt- und tiergerechten Tierhaltung thematisieren.

Vereinigungspreis für Schlachtschweine
13.06.2019 – 19.06.2019
Preise frei Eingang Schlachtstätte
Auto-FOM-Preisfaktor: 1,83 €/Indexpunkt
FOM-Basispreis: 1,83 €/kg SG (- 2 Cent)
Schweine:    Nachfrage ruhiger
Ferkel:    Marktlage ausgeglichen
VEZG-Basispreis Schlachtsauen
13.06.2019 – 19.06.2019    Preis ab Hof 1,35 €/kg SG (unverändert)
Quelle: AMI / VEZG


Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.


Copyright © Landw. Hauptverein für Ostfriesland e.V. - Südeweg 2 - 26607 Aurich - Telefon: 0 49 41 / 60 92 50
Zum Seitenanfang