Landwirtschaftlicher Hauptverein für Ostfriesland e.V.

18.03.2019

Landvolk - INFO Pflanze

Terminmarkt: Finden Getreidepreise einen Boden?

Nachdem in der letzten Ausgabe die desolate Lage am US-Weizenmarkt dargestellt wurde, ergab sich in der vergangenen Woche eine bemerkenswerte Preisbewegung in die andere, positive Richtung. Vielleicht ist es nur eine Gegenbewegung im Abwärtstrend. Aber die Vehemenz des Preisimpulses ist überraschend. Immerhin gab es am Dienstag den stärksten Gewinn seit sieben Monaten. Terminbörsen reagieren ja mit Eindeckungen spekulativer Verkaufspositionen auf Preissteigerungen, die so genannte technische Reaktion als Trendverstärker. Deshalb sollte man die Bewegung noch nicht überbewerten.

Auch die Euronext in Paris konnte davon profitieren. Für die meisten Landwirte zählt jedoch in erster Linie, was am physischen Kassamarkt geschieht. Dort war ja seit Anfang Februar ein massiver Preisabschwung zu verkraften (z.B. Gerste – 13 % franco Südoldenburg). Man wartet jetzt auf einen Übertragungseffekt. Bislang hielten sich die Käufer infolge des schwächelnden Marktes zurück und auf Seiten der Verkäufer wollte man aufgrund der täglich niedrigeren Preise nicht verkaufen. Sollten sich die Terminkurse halten, werden vielleicht bald interessantere Preisableitungen zur nächsten Ernte möglich sein.

 

 

Terminmärkte aktuell

 

 

08.03.19

18.03.19

Mais (€/t)

Euro-
next:

Juni 19

168,8

170,5

Nov 19

168,3

170,8

Weizen (€/t)

Euro-
next:

Mai 19

184,0

188,8

Sept 19

174,8

176,3

Dez 19

-

179,5

 

 

 

 

CBOT:

Mai 19

144,1

148,5

Juli 19

146,4

150,4

Sept 19

149,5

153,2

Erdöl ($/barrel)

 

WTI

55,83

58,22

 

Brent

65,21

66,92

Euro/Dollar (1 Euro = …… Dollar)

 

 

1,1212

1,1349

Sojaschrot (€/t)

CBOT:

Mai 19

303,7

303,5

Juli 19

307,4

307,2

Dez 19

312,2

313,1

Verarbeitungskartoffeln (€/dt)

Eurex

 

 

 

April 19             

30,8

29,6

 

 

 

Raps (€/t)

Euro-
next:

Mai 19

357,0

355,0

Aug 19

358,8

356,8

Nov 19

362,3

362,5

CBOT=Terminbörse Chicago, Euronext=Terminbörse Paris, Eurex=Terminbörse Frankfurt

 

 

Ölsaaten

Am deutschen Rapsmarkt scheint sich die Lage zu wandeln. Die Terminkurse sinken nicht mehr stark und liegen jetzt um 6 – 13 €/t über dem Vorjahr (Kassapreise + 12 €/t höher).  Manche Ölmühle fühlt sich animiert zu kaufen, bevor die Preise weiter steigen. Aus Erzeugersicht ist das Preisniveau noch immer zu niedrig. Aber Märkte orientieren sich nicht an Einkommensnotwendigkeiten. Deshalb entscheidet sich der eine oder andere Verkäufer doch dafür, lieber den „Spatzen in der Hand“ zu haben und verkauft seine Bestände.  

 

Kleine Kartoffelvorräte in Westeuropa

Die Bestandserhebung bei Kartoffeln in Westeuropa verdeutlicht noch einmal, wie knapp die Versorgungslage ist. Insgesamt lagerten bei den Erzeugern in Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Belgien und Deutschland zum Jahresanfang nur wenig mehr Kartoffeln als im Jahr 2012. Die um vier Mio. t geringeren Vorräte in Westeuropa zum Jahr 2017 werden sich bis in den Sommer bemerkbar machen. Im Gegensatz zum Vorjahr wird Lagerware nirgends mehr mit der neuen Ernte konkurrieren müssen. (Quelle: AMI) 

 

 

Terminmarkt KW 9: Weizen und Raps weiterhin schwach

Den Weizenpreis am US-Terminmarkt zerreißt es im Moment regelrecht. Bei dem aktuellen Stand bewegt er sich fast wieder auf dem tiefsten Niveau der letzten 10 Jahre. Über die Ursachen wurde zuletzt häufiger berichtet, die Handelspolitik des Präsidenten spielt eine wichtige Rolle.  Terminbörsen verstärken Preisbewegungen, sind aber nur eine Seite des Marktes. Die Stunde der Wahrheit kommt dann, wenn die Kontrakte auslaufen und eine Entscheidung fällt, wie der Kontrakt erfüllt werden soll. Glattstellung oder körperliche Belieferung sind bei den meisten Agrarkontrakten die Wahl. Wegen der Möglichkeit zur körperlichen Lieferung sind die letzten Handelstage von höherer Aussagekraft über die tatsächliche Marktlage. In Paris läuft in der kommenden Woche der Märzkontrakt aus. Gestern gab es noch ca. 6000 offene Kontrakte, die zu schließen sind. Am letzten Handelstag kommt das so genannte „cheapest to deliver“ zum Tragen. Gemeint ist die Auswahl des billigsten Lieferortes für diesen Kontrakt. Da die Lieferorte französisch dominiert sind, sollte man also nicht zu viel erwarten.

Hiesige Verhältnisse werden von der Terminbörse zurzeit ohnehin nur bedingt abgebildet. Die Kassamärkte für den Brotweizen liegen seit langem oberhalb der Terminbörse, je nach Region aktuell um 5 – 10 €/t. Nahe an der Veredlungsregion sogar noch etwas mehr. Zwar hat es auf allen Märkten kräftige Preisrückgänge gegeben, aber die Struktur von Erzeugerpreisen, Großhandelspreisen und Börsenpreisen hat sich bislang wenig verändert.

Terminmärkte aktuell

 

 

01.03.19

08.03.19

Mais (€/t)

Euro-
next:

Juni 19

168,0

168,8

Nov 19

168,5

168,3

Weizen (€/t)

Euro-
next:

März 19

192,0

187,0

Mai 19

186,8

184,0

Sept 19

176,5

174,8

 

 

 

 

CBOT:

Mai 19

148,9

144,1

Juli 19

154,6

146,4

Sept 19

-

149,5

Erdöl ($/barrel)

 

WTI

57,28

55,83

 

Brent

66,14

65,21

Euro/Dollar (1 Euro = …… Dollar)

 

 

1,1356

1,1212

Sojaschrot (€/t)

CBOT:

Mai 19

299,8

303,7

Juli 19

-

307,4

Dez 19

309,7

312,2

Verarbeitungskartoffeln (€/dt)

Eurex

 

 

 

April 19             

30,0

30,8

 

 

 

Raps (€/t)

Euro-
next:

Mai 19

358,5

357,0

Aug 19

359,8

358,8

Nov 19

364,5

362,3

CBOT=Terminbörse Chicago, Euronext=Terminbörse Paris, Eurex=Terminbörse Frankfurt

 

Kartoffeln: Angebot begrenzt

Nach Berichten der AMI tendieren die Speisekartoffelpreise stabil bis fester. Erzeugerpreise für festkochende Ware, lose frei Rampe oder Waggon, notierten im Bundesdurchschnitt bei 35,33 €/dt (Vorjahr 11,67 €/dt).  Niedersachsen Ost meldet in der Spannbreite von 34 – 39 €/dt. Höchstpreise gelten in NRW, Sachsen und Thüringen. Die Nachfrage für qualitätsstarke Partien aus dem Kühllager bleibt lebhaft, bei begrenztem Angebot. Ägyptische Frühkartoffeln sind bereits im Lebensmitteleinzel-handel verfügbar, allerdings noch auf recht geringem Mengenniveau. Was bisher an Frühkartoffeln aus Nordafrika in den Regalen liegt, kommt bei den Verbrauchern bereits gut an. Es hat aber noch keinen Einfluss auf die Umsätze mit alterntiger Ware.

 

Trübe Stimmung am Rapsmarkt

Erstaunlich ist, wie stark inzwischen die Erzeugerpreise zwischen den Regionen variieren. Der Bundesdurchschnitt wurde am Dienstag mit 341 €/t festgestellt, während Erzeuger in Niedersachsen im Durchschnitt 15 €/t darüber erzielen. Sind diese Unterschiede vor allem auf die Vermarktungsstrukturen zurückzuführen oder gibt es auch Unterschiede in der Berichtsqualität?

Die Produktinfos können Sie auch direkt beim Landesverband unter www.landvolk.net/Mitglieder/Produktinfos abrufen. Sie benötigen dafür lediglich Ihre Mitgliedsnummer, die Sie z. B. auf Ihrer Mitgliedskarte finden.

Copyright © Landw. Hauptverein für Ostfriesland e.V. - Südeweg 2 - 26607 Aurich - Telefon: 0 49 41 / 60 92 50
Zum Seitenanfang